Feuchtigkeitsmangel

Ein Feuchtigkeitsmangel in der Haut hat vielfältige Auswirkungen auf den Zustand der Haut, sowohl in kosmetischer als letztendlich auch medizinischer Hinsicht. Kosmetisch wird ein Feuchtigkeitsmangel der Haut meist durch kleine plisséartige Fältchen wahrgenommen und dadurch, dass die Haut wie bei einem ausgedörrten Apfel leicht welk,  zerknittert und wenig frisch und prall aussieht.

Zu wenig Feuchtigkeit in der Hornschicht der Haut verhindert aber auch die Aktivierung bestimmter Immunzellen, da die Botenstoffe bei Wassermangel nicht von Zelle zu Zelle schwimmen können, daher ist eine feuchtigkeitsarme, trockene Haut infektionsanfälliger. Hornhautzellen stellen Signalstoffe zum Aufbau von kollagenen Fasern zur Verfügung. Und auch diese benötigen Wasser, um in die tiefer gelegene Lederhaut zu gelangen. Das erklärt, warum eine feuchtigkeitsarme, trockene Haut schneller altert.

 


Funktion und Aufbau der Hautbarriere
Die sogenannte Rein‘sche Barriere liegt ca. 0,4 mm unterhalb der Hautoberfläche und gewährleistet ein intaktes Immunsystem, verhindert die ungehemmte Verdunstung der Hautfeuchtigkeit und das Eindringen von Schadstoffen aus der Umwelt. Die Gesundheit der Haut hängt im Wesentlichen von dieser schmalen Zone der Epidermis ab.
Die Rein’sche Barriere besteht vor allem aus Hornschichtlipiden wie Ceramiden und Gamma-Linolensäure. Bei einer trockenen Haut liegen diese Bausteine nicht im richtigen Verhältnis und nicht in der richtigen Anordnung zueinander vor. Das hat zur Folge, dass die Haut durchlässiger und empfindlicher wird, häufig zu Schuppung, Trockenheitsekzemen und zu Unverträglichkeitsreaktionen neigt. Aber auch mehr Unreinheiten, fest sitzende Mitesser können entstehen und die Haut ist häufig anfälliger für die Besiedelung durch Bakterien und Keime und wird dadurch entzündungsanfälliger.
Faktoren, die die Ordnung der Barrierestruktur durcheinander bringen

Bestimmte Einflüsse stören den geordneten Lamellenaufbau, so dass die Hautbarriere durchlässig wird:

 

- UV-Licht
- Radioaktive Strahlung
- Hohe und tiefe Temperaturen

 

- Chemikalien wie Tenside (z.B. Sodium Lauryl Sulfat)
- Mineralöle und –wachse (Okklusiveffekt) und andere filmbildende Stoffe -> Paraffinabhängigkeit

Wieder-Aufbau der Hautschutzbarriere
Mithilfe entsprechender Wirkstoffkombinationen läßt sich der wasserdurchlässige, ungeordnete Zustand gezielt in den wasserdichten, lamellenartig geordneten Zustand der Rein’schen Barriere umwandeln und die Haut so wieder ins Gleichgewicht bringen. Durch die Zufuhr von notwendigen Bausteinen in Form von Hornschichtlipiden (z.B. Ceramide, Liposome, Gamma-Linolensäure) sowie Feuchtigkeitsfaktoren (z,B. Urea, Hyaluronsäure) und die Vermeidung von Stoffen, die den Strukturaufbau stören (z.B. Mineralöle, Tenside), kann die Hautbarriere wieder regeneriert werden.
Das erklärt auch, warum eine normale, fettreiche Hautpflege - selbst wenn sie aus hochwertigen Naturölen besteht - häufig keine Verbesserung des Hautzustandes bringt, denn durch Hautoberfächenfette (welche den Talgdrüsenlipiden entsprechen), kann eine gestörte Hautbarriere nicht repariert werden.